Strokes Gained erklärt: was es ist und wie du es nutzt
Golf Stats App · Aktualisiert am 13. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Strokes Gained misst, wie viele Schläge du mit jedem einzelnen Schlag im Vergleich zu einem Referenzspieler gewinnst oder verlierst. Es ist der genaueste Weg herauszufinden, wo du wirklich Schläge liegen lässt: vom Abschlag, bei den Annäherungen, rund ums Grün oder auf dem Grün.
Warum Fairways, Grüns und Putts nicht reichen
Klassische Statistiken zählen, was leicht zu zählen ist: getroffene Fairways, Greens in Regulation, Putts pro Runde. Das Problem: Sie erzählen nur die halbe Geschichte.
- Putts pro Runde bestrafen ein gutes kurzes Spiel: Chippst du auf einen halben Meter und lochst, hattest du „nur“ einen Putt – aber das Verdienst gehört dem Chip. Wer viele Grüns verfehlt und oft Up & Down spielt, hat immer wenige Putts, auch wenn er schlecht puttet.
- Getroffene Fairways unterscheiden nicht zwischen einem 250-Meter-Drive in die Mitte und einem 160-Meter-Drive an der Kante zum Rough. Und ein Drive im Rough 100 Meter vor dem Grün ist oft mehr wert als einer im Fairway auf 180 Metern.
- Greens in Regulation sagen nicht, wie nah du an der Fahne liegst: 2 Meter und 20 Meter zählen gleich.
Das Ergebnis: Du schaust auf deine Zahlen, sie wirken „durchschnittlich“, und du weißt trotzdem nicht, was du trainieren sollst.
Wie Strokes Gained funktioniert
Die Idee ist einfach. Für jede Position auf dem Platz gibt es eine durchschnittliche Anzahl Schläge, die ein Referenzspieler von dort zum Einlochen braucht: aus 150 Metern im Fairway, aus 30 Metern im Bunker, aus 4 Metern auf dem Grün. Jeder Schlag bringt dich von einer Position zur nächsten, und Strokes Gained misst, ob dieser Schritt besser oder schlechter als der Durchschnitt war.
Ein positiver Wert heißt: Du hast gegenüber der Referenz Schläge gewonnen; ein negativer: Du hast welche verloren. Bekannt gemacht hat die Methode Mark Broadie, Professor an der Columbia Business School, mit seinem Buch Every Shot Counts (2014). Die PGA Tour nutzt Strokes Gained seit 2011 in ihren offiziellen Statistiken, damals mit Strokes Gained: Putting.
Ein Beispiel, Loch für Loch
Ein Par 4. Die Zahlen sind gerundete Beispielwerte, nur um das Prinzip zu zeigen:
| Schlag | Von | Nach | Durchschnittsschläge vorher → nachher | Strokes Gained |
|---|---|---|---|---|
| Drive | Abschlag | Fairway, 140 m | 4,0 → 2,9 | +0,1 |
| Zweiter Schlag | Fairway, 140 m | Grün, 10 m | 2,9 → 1,9 | 0,0 |
| Erster Putt | Grün, 10 m | Grün, 1 m | 1,9 → 1,05 | −0,15 |
| Zweiter Putt | Grün, 1 m | Eingelocht | 1,05 → 0 | +0,05 |
Du hast Par gespielt, also ist die Summe null: Die Strokes Gained eines Lochs ergeben immer die Durchschnittsschläge am Start minus die gespielten Schläge. Aber jetzt weißt du, wo: Mit dem Drive hast du ein Zehntel gewonnen, mit dem ersten Putt anderthalb Zehntel verloren. Über eine ganze Runde – und dann über zehn Runden – werden diese Zehntel zu einer genauen Landkarte deines Spiels.
Die Kategorien: wo du gewinnst und wo du verlierst
Strokes Gained wird pro Kategorie zusammengezählt. Die klassischen vier sind:
- Abschlag: die Teeschläge an Par 4 und Par 5.
- Annäherung: die Schläge aufs Grün von außerhalb des kurzen Spiels.
- Kurzes Spiel: Chips, Pitches und Bunkerschläge rund ums Grün.
- Putten: alles, was auf dem Grün passiert.
Golf Stats App trennt zusätzlich die Wedges (volle Schläge aus kurzer Distanz) vom Rest der Annäherungen und teilt Annäherung, kurzes Spiel und Putten nach Entfernungen auf. So erfährst du nicht nur, dass du „bei den Annäherungen verlierst“, sondern dass du zwischen 120 und 150 Metern verlierst – und mit welchem Schläger.
Mit wem vergleichst du dich?
Die Referenz verändert alles. Vergleicht sich ein Spieler mit Handicap 18 mit der PGA Tour, ist er in jeder Kategorie negativ: Das ist normal und hilft bei keiner Entscheidung. Zum Trainieren brauchst du eine Referenz nahe an deinem Niveau – oder an dem, das du erreichen willst.
Deshalb wählst du in Golf Stats App die Referenz selbst: PGA Tour, LPGA Tour oder ein Handicap-Niveau (0, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40). Wer mit Handicap 18 gegen Handicap 10 vergleicht, sieht sofort, welche Bereiche ihn von seinem Ziel trennen.
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Erfasse eine Runde Schlag für Schlag in etwa 10 Minuten: Golf Stats App berechnet die Strokes Gained jedes Schlags nach Kategorie, Entfernung und Schläger – im Vergleich zur Tour oder zu deinem Handicap-Niveau.
Base-Plan kostenlos, ohne Ablaufdatum.
So trainierst du damit besser
- Sammle genug Runden. Eine einzelne Runde ist Rauschen: Ein zufällig gelochter langer Putt verschiebt alles. Nach fünf Runden erkennst du eine Tendenz, nach zehn siehst du sie klar.
- Finde die negativste Kategorie. Nicht die, die du gerne trainierst – die, die dich die meisten Schläge kostet.
- Geh ins Detail. Schau innerhalb der Kategorie auf Entfernungen und Schläger: „Annäherung“ ist zu allgemein, „lange Eisen aus 150–180 Metern“ ist ein Trainingsplan.
- Trainiere genau das und miss erneut. Vergleiche nach ein paar Wochen die letzten Runden mit den früheren: Steigt der Wert, wirkt die Arbeit.
Mehr dazu im Ratgeber, wie du dein Handicap mit Statistiken verbesserst.
Geht Strokes Gained auch ohne Sensoren?
Ja. Pro Schlag brauchst du nur drei Angaben: von wo du spielst (die Lage), wie weit von der Fahne und mit welchem Schläger. Mit Golf Stats App trägst du sie nach der Runde oder währenddessen ein, in etwa 10 Minuten für 18 Löcher; die Berechnung macht der Server, und am Ende hast du die Strokes Gained jedes Schlags, nach Kategorie, Entfernung und Schläger. Keine Sensoren an den Schlägern, kein Abo nötig, um anzufangen.
Häufige Fragen
Was bedeutet positives oder negatives Strokes Gained?
Positiv heißt, dass du mit diesem Schlag (oder in dieser Kategorie) besser warst als der gewählte Referenzspieler; negativ, dass du schlechter warst. Null bedeutet genau den Durchschnitt der Referenz.
Wie viele Runden brauche ich für verlässliche Strokes Gained?
Eine einzelne Runde schwankt stark. Nach fünf Runden erkennst du Tendenzen, nach zehn oder mehr weißt du recht sicher, welcher Bereich dich die meisten Schläge kostet.
Hilft Strokes Gained auch bei hohem Handicap?
Ja, sogar besonders: Spieler mit hohem Handicap verlieren Schläge auf sehr unterschiedliche Weise. Wichtig ist, sich mit einem Handicap-Niveau nahe am eigenen zu vergleichen, nicht mit der Tour.
Kann ich Strokes Gained von Hand berechnen?
Theoretisch ja, mit Tabellen der Durchschnittsschläge und einer Tabellenkalkulation – aber eine ganze Runde braucht Dutzende Rechnungen. Eine App, die das übernimmt, lässt dir nur eine Aufgabe: die Schläge eintragen.
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